Split - ist die zweitgrößte Stadt Kroatiens. Sie ist die größte Stadt Südkroatiens und gilt daher im Volksmund als „Hauptstadt Dalmatiens“, ohne dass ihr dieser Status je offiziell zugesprochen wurde. Die Stadt ist Verwaltungssitz der Gespanschaft Split-Dalmatien (kroatisch Splitsko-dalmatinska županija), die den mittleren Teil Dalmatiens umfasst. Split zählte 2011 etwa 167.000 Einwohner.[2]

 

Split ist eine bedeutende Hafenstadt und Sitz der katholischen Erzdiözese Split-Makarska. In Split befindet sich zudem eine Universität. Die Ursprünge der Stadt sind auf den Diokletianspalast zurückzuführen. Die Innenstadt von Split mitsamt dem Diokletianspalast wurde 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

 

Split

Kroatienkrieg 1991

 

Siehe auch: Kroatienkrieg

 

Gefecht im Kanal von Split am 15. Nov. 1991

Zur Zeit, als Kroatien seine Unabhängigkeit erklärte, war Split eine wichtige Garnisonstadt der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) mit Soldaten aus ganz Jugoslawien und die Zentrale der jugoslawischen Kriegsmarine (JRM).[49] Die politische Situation führte insbesondere ab Sommer 1991 (Beginn des Krieges in Slowenien und Bosnien) über Monate zu Spannungen zwischen der serbisch dominierten JNA und der kroatischen Nationalgarde. Die kroatische Marine (HRM) war zu dieser Zeit auf See noch nicht einsatzfähig und begann mit dem Aufbau von Küstenartillerie-Batterien (OTB) am Festland bzw. auf den Inseln Šolta und Brač. Als Gegenmaßnahme verhängte die JRM mehrere Seeblockaden, bei denen Ziele auf dem Land beschossen wurden. Am 14. November formierte sich die taktische Gruppe "Kastela" der JRM mit mehreren Schiffen im Splitski Kanal zwischen den Inseln Šolta und Čiovo bzw. mit weniger Schiffen im Südosten von Split bzw. südlich von Šolta. Der schwerwiegendste Zwischenfall ereignete sich im Morgengrauen des 15. November 1991, als die JRM-Fregatte Split Granaten auf die Stadt und ihre Umgebung abfeuerte.[50] Der Sachschaden war nicht sehr groß, aber es gab sechs Tote. Beschossen wurden nicht militärische Ziele, sondern die Altstadt, der Flughafen und ein unbewohntes Gebiet oberhalb der Stadt. Viele Matrosen der JRM waren Kroaten. Einige weigerten sich, kroatische Zivilisten anzugreifen, und wurden arretiert. Neben Split wurden auch Ziele auf Brač und Šolta beschossen, wo es zu Beschädigungen in Gornje Selo kam. Die weitaus stärkere JRM konnte sich gegen die kroatischen Kräfte jedoch nicht durchsetzen. Der Kampf gilt für den weiteren Kriegsverlauf an der Küste als richtungsweisend. Die JNA und JRM evakuierten im Januar 1992 ihre gesamten Truppen aus Split. Im Dalmatien-Krieg verschwanden oder starben insgesamt 692 Soldaten aus Split, davon 58 Mitglieder der Marine.[51]

 

Ende Juli 1995 wurde in der Nähe das „Deutsch-französische Feldlazarett“ aufgebaut, das die Versorgung von 12.500 Soldaten eines multinationalen Schnellen Einsatzverbandes der Vereinten Nationen zum Schutz der UNPROFOR am Berg Igman bei Sarajevo sicherstellen sollte.

 

2004 feierte die Stadt ihr 1700-jähriges Jubiläum.